MD-Begutachtung: Optimale Vorbereitung
Eine gute Vorbereitung ist entscheidend für die richtige Einstufung. Mit diesen Tipps sind Sie bestens gerüstet.
1. Terminvereinbarung
Der MD meldet sich nach Ihrem Antrag. Wählen Sie einen Termin, an dem eine Vertrauensperson dabei sein kann.
2. Hausbesuch (ca. 1-2 Stunden)
Der Gutachter kommt zu Ihnen. Er stellt Fragen, beobachtet den Alltag und führt ggf. praktische Tests durch.
3. Gutachten & Bescheid
Der MD erstellt ein Gutachten. Die Pflegekasse entscheidet und schickt Ihnen den Bescheid.
📋 Checkliste: Dokumente vorbereiten
- Arztberichte und Diagnosen (Hausarzt, Fachärzte)
- Krankenhausberichte der letzten Monate
- Pflegetagebuch (mind. 2 Wochen führen)
- Medikamentenplan
- Schwerbehindertenausweis (falls vorhanden)
- Bisherige Pflegegutachten (falls vorhanden)
- Hilfsmittelverzeichnis (Rollator, Rollstuhl etc.)
- Entlassungsberichte (Reha, Krankenhaus)
📝 Pflegetagebuch führen
Ein Pflegetagebuch ist Ihr wichtigstes Werkzeug. Dokumentieren Sie mindestens 2 Wochen lang:
- Welche Hilfe wird bei der Körperpflege benötigt?
- Wie lange dauern die einzelnen Pflegehandlungen?
- Wie oft wird nachts Hilfe benötigt?
- Welche Verhaltensauffälligkeiten treten auf?
- Welche Medikamente werden wie oft gegeben?
- Welche Arzt- und Therapietermine finden statt?
⚠️ Häufige Fehler vermeiden
❌ "Das schaffe ich schon"
Viele Betroffene spielen ihre Einschränkungen herunter – aus Scham oder Stolz. Seien Sie ehrlich! Der Gutachter soll den realen Hilfebedarf sehen.
❌ Sich extra anstrengen
Manche mobilisieren für den Gutachterbesuch alle Kräfte. Das führt zu falscher Einschätzung. Zeigen Sie einen normalen Tag!
❌ Aufgeräumte Wohnung
Sie müssen nicht putzen! Wenn das Geschirr normalerweise stehen bleibt, weil die Kraft fehlt – lassen Sie es stehen.
❌ Keine Begleitperson
Angehörige können wichtige Ergänzungen machen, die der Betroffene selbst vergisst oder verschweigt.
❌ Wichtiges vergessen
Bereiten Sie sich vor! Machen Sie sich Notizen zu allen Einschränkungen, damit Sie im Gespräch nichts vergessen.
✅ So verhalten Sie sich richtig
- Seien Sie ehrlich – weder übertreiben noch untertreiben
- Beschreiben Sie den Alltag realistisch
- Nennen Sie konkrete Beispiele und Situationen
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen
- Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen
- Haben Sie Ihre Unterlagen griffbereit
- Lassen Sie eine Vertrauensperson dabei sein
- Machen Sie sich während des Gesprächs Notizen
🧒 Besonderheiten bei Kindern
Bei Kindern gelten spezielle Regeln:
- Vergleich mit gleichaltrigen gesunden Kindern
- Nur Einschränkungen ÜBER das Altersentsprechende werden gezählt
- Speziell geschulte Gutachter für Kinder
- Eltern müssen immer dabei sein
- Kinder unter 18 Monaten: automatisch +1 Pflegegrad
- Dokumentieren Sie Entwicklungsverzögerungen genau
📞 Nach der Begutachtung
Bescheid prüfen: Fordern Sie immer das vollständige Gutachten an und vergleichen Sie es mit Ihrer eigenen Einschätzung.
Widerspruch: Bei zu niedriger Einstufung haben Sie 1 Monat Zeit für einen schriftlichen Widerspruch (Einschreiben!). Viele Widersprüche sind erfolgreich!
Höherstufung: Bei Verschlechterung können Sie jederzeit einen Höherstufungsantrag stellen.
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